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Lake Wakatipu

Lake Wakatipu

Wie angekündigt, sind wir seit Mittwochabend im Golfers Paradise. Am Donnerstag legen wir vorerst einen Ruhetag ein, sehen uns am Shotover River das Jet Boat Racing an, flanieren durch Queenstown, und machen einen ausgedehnten Spaziergang am Lake Wakatipu,


Nach der Golfpause am Donnerstag, fahren wir am Freitagnachmittag auf den Golfplatz von Queenstown. Er liegt auf einer Halbinsel in einem Villenquartier. In den letzten 10 Jahren sind in dieser Gegend die Preise für Immobilien um bis zu 100% gestiegen. Für ein Haus mit Aussicht, werden heute gut und gern NZD 2’000’000 bezahlt. Wie wir von einem Mitspieler erfahren, werden und wurden vom Golfclub Queenstown Mitgliedschaften erworben, nicht mit der Absicht Golf zu spielen, sondern um bei einem allfälligen Verkauf des Clubs mitzuverdienen. Spannend, für mich eine neue Art der Spekulation.

Zurück im Hotel schalte ich den Fernseher ein, was in den letzten vier Monaten keine 10x der Fall. Geschockt sehen wir die Bilder vom Attentat in Christchurch. Ein mulmiges Gefühl, Du spielst Golf und keine 500 Kilometer entfernt werden 49 Menschen auf brutale Art und Weise ermordet. Die abscheuliche Tat trifft eine kleine Gruppe von 50’000 Ausländern, die gemäss Aussagen der Kiwis gut integriert ist und bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 5 Millionen Einwohner überhaupt nicht negativ auffällt.

Gestern haben wir im Millbrook Resort den Champion Course gespielt. Dieser Platz war vor zwei Wochen der Austragungsort der New Zealand Open. Nach sehr guten Runden in Arrowtown und Queenstown folgt eine Runde zum Vergessen. Das Abschlagen von der Tee Box läuft nicht wunschgemäss und die pfeilschnellen, ondulierten Greens lassen mich verzweifeln. Ich bin wieder einmal überfordert. Im Gegensatz dazu Silvia kommt mit dem Platz ganz gut zurecht. Mal sehen, wie es heute auf dem Jack’s Point so läuft.

Neuseeland ist bekannt für die lockere Art im Umgang. No worries, ist ein häufig gehörter Satz. Hier ein «Müsterli», das wir am Freitag erlebt haben. Wir stehen am Abschlag vom Loch 6. Es kommt ein Ball angeflogen und bleibt keine 10 Meter vor uns liegen. Ein Fore war selbstverständlich nicht zu hören. 30 Sekunden später kommt der Golfer, der den Ball geschlagen hatte, heran spaziert und meint locker: «Sorry, ich habe Euren Abschlag mit dem Green verwechselt.» Die Ausrede merk ich mir!  

Anmerkung für Nichtgolfer: «Wenn Sie den Warnruf „Fore“ eines Spielers hören, ducken Sie sich und schützen Sie am besten Ihren Kopf mit den Armen. Ist Ihr Bag in der Nähe, können Sie auch dahinter in Deckung gehen. Nehmen Sie die Warnung in jedem Fall ernst.» Woher kommt der Ausdruck? «Scheinbar handelt es sich um den Ausdruck „Beware before!“, den die Bodentruppen im Krieg genutzt haben sollen, um sich rechtzeitig vor tief fliegenden Geschossen zu ducken». Nun stellt sich die Frage, wie kam dieser Begriff vom Kriegsfeld zum Golfsport? Diese Frage lasse ich unbeantwortet.

Ruedi

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