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Golden Bay

Golden Bay

Vor 25 Monaten waren wir bereits einmal in dieser Gegend. Leider bei sehr schlechtem und kaltem Wetter. Heute steigen wir in einem etwas einfacheren Hotel ab, da die Ratanui Lodge für die nächsten Tage bereits ausgebucht ist. Das Haus wurde vor mehr als 100 Jahren erbaut und diente zwischen 1980 und 2000 als Backpacker. So kommt es uns auf den ersten Blick auch vor, aber Mark, ein Sanitätsinstallateur aus UK, hat das Gebäude in den letzten 20 Jahren aufgemotzt. Zudem ist er einfach der ideale Gastgeber und deckt uns mit Tipps aller Art ein. Das macht den Charme des B&Bs in Takaka komplett.

Sein erster Tipp: Besucht die Te Waikoropupu Springs und macht den kanpp stündigen Spaziergang. Die Quellen sind für ihr klares Wasser und den hohen Wasserausstoss bekannt. Sie sind zudem für die Maori ein religöser Ort. Der Seeboden ist von weissem Sand bedeckt, der von kleinen Schloten ausgestossen wird. Diese Phänomen wird dancing sands genannt. Nach der Tradition der Maori ist das Wasser ein Schatz und heiliger Platz für die Ureinwohner der Region und des ganzen Landes. Das Wasser gilt als reinste Form und spirituelle und physische Quelle des Lebens. Auf Tafeln wird man gebeten, nicht einmal die Hand ins Wasser zu tauchen, geschweige denn zu baden. Irgendwie spürt man die gute Energie der Umgebung. Die Empfehlung von Mark war ein Volltreffer. Das Wasser ist stahlblau und die Sicht so gut wie im Barrier Riff.

Als nächstes fahren wir nach Pohora zu den Wainui Falls. Diese wollten wir schon vor zwei Jahren besuchen, sind aber nach 250 Metern am damaligen Hochwasser gescheitert. Dieses Mal klappt es. Auch heute müssen wir noch über ein paar Steine hüpfen, aber das kleine Bächlein zum Beginn der Wanderung ist zahm. Wir wandern auf einem sehr angenehmen Pfad etwa eine Stunde zum Wasserfall. In der Mitte des Treks gibt es eine etwa 25 Meter lange Hängebrücke. Diese dient wohl dazu, den Kindern die stündige Wanderung zu versüssen. Ich gehe als erste rüber und lasse Ruedi dann auf der Brücke schaukeln. Nachdem wir eine weitere Brücke überquert haben, hören wir das Donnern des Wasserfalls. Es kann nicht mehr weit sein. Trotz sehr trockenem Wetter ist der Wasserfall beeindruckend. Daneben gibt es noch einen kleinen. Wir schiessen ein Bild davon, um Mark dann zu erschrecken, sein Tipp sei doch etwas mager gewesen!

Nach ein Uhr sind wir zurück und kehren im Café beim Parkplatz ein. Die Bedienung ist mit der gerade anstehenden Klientele von acht Personen ziemlich überfordert. Multitasking kennt sie nicht. So wird es fast 14 Uhr bis Ruedi endlich zum Golfplatz von Takaka fahren kann. Wie nahezu alle Plätze in Neuseeland ist auch dieser Golfplatz furztrocken und schattenspendende Bäume gibt es fast keine. Mein Entscheid ist rasch gefällt, ich spiele heute nicht, aber ich begleite Ruedi mit einem Sonnenschirm. Dieser Platz ist ein Links Course, das heisst die Mehrzahl der Fairways sind entlang dem Meer angelegt. Das Gras fehlt, da es in den letzten zwei Monaten kein Regen gab und das Bewässern verboten wurde. Die ersten vier Spielbahnen laufe ich mit und geniesse die Aussicht auf das Meer, dann setze ich mich bei Abschlag 8 auf eine Bank im Schatten. Die letzten zwei Bahnen laufe ich dann aber wieder mit. Mit über 10’000 Schritten haben wir uns heute sicher ausreichend bewegt.

Zurück im Hotel gibt es eine kühle Dusche. Draussen auf dem wunderbaren alten Holztisch wird noch etwas gearbeitet. Nach sechs Uhr spazieren wir zum Restaurant Brigand, keine 500 Meter vom B&B entfernt. Im Unterschied zu gestern, als wir im Mussel Inn fast erfroren sind, können wir heute im Garten essen. Nach einem Mezze Plättchen zum Apéro, geniessen wir ein gutes Stück Fleisch und verzichten auf das Nationalgericht (Battered Fish and Chips).  

Silvia

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