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Grampians and the Goldfields

Auf der Fahrt von Adelaide nach Melbourne über die A8 werden die unendlichen Weizenfelder etwa 250 Kilometer vor Melbourne durch ein mit dichten Wäldern bewachsenes Sandsteingebirge, die Grampians, unterbrochen. Die gesamte Gegend erlebte, wie auch viele andere Regionen in Australien, einen Goldrausch, nachdem in den 1850 er Jahren in Stawell, St. Arnaud, Aararat und Ballarat Goldgefunden wurde.

Im Nationalpark der Grampians ist Halls Gap der bekannteste Ort. Wir haben uns aber 70 Kilometer nordwestlich in Horsham einquartiert. Im Info Center besorge ich mir gutes Kartenmaterial, weil wir wandern wollen. Ich habe mir eine Tagesroute mit den wichtigen Sehenswürdigkeiten zurechtgelegt. Aber zuerst steuern wir noch den Horsham Golf Course an. Da der Kurs ab 12 Uhr für eine grössere Veranstaltung gesperrt ist, spielen wir nur neun Loch. Danach geht die Fahrt los von Horsham über die Victory Road in die Hügelkette. Ein erster Halt gibt es an den Mac Kenzie Wasserfällen, welche sich über drei Terrassen erstrecken.Wir laufen hinunter bis zum Cranages Lookout. Die Treppenstufen zurück bringen mich ausser Atem. Weiter geht es zum Reid Lookout. Hier nehmen wir den Wanderweg, der zu den berühmten Felsformationen, the Balconies, führt. Sieht spektakulär aus und ich glaube, man sollte dort nicht herumklettern, schon gar nicht barfuss, wie das Titelbild des Blogs zeigt.

Bevor wir die nächste Etappe zu den Pinnacles in Angriff nehmen, müssen wir nach Halls Gap fahren. Ruedi verlangt nach einem Kaffee! Wir verweilen kurz in diesem Touristenkaff und fahren dann zurück in die Wonderland Range. Vom Grand Canyon sind wir etwa so beeindruckt wie von den Niagara Fällen in Neuseeland. Weiter geht’s zum Sundial Carpark, dem Ausgangspunkt für die leichtere von zwei Wanderungen zum Pinnacle Lookout. Die Wanderzeit ist auf zwei Stundenveranschlagt und es ist schon fast 17 Uhr. Nach 500 Meter wird das Gelände immer schwieriger und ein Wegweiser zeigt zum Lakeview Aussichtspunkt. Von dort wissen wir, ist es dann noch etwa 600 Meter zurück zum Parkplatz. Wir wandern also diesen Loop und bekommen nochmals einen lohnenswerten Ausblick auf den Lake Bellfield und die Region.

Mit etwas mehr Wandererfahrung könnte man sich in den Grampians tagelangverweilen. Nun, wir sind nach etwa zehn Kilometern Laufen am heutigen Tagrichtig müde, fahren zurück ins Hotel duschen und gehen dann zum Thai Basil essen. Hier ist wieder mal BYO. Schräg vis-a-vis habe ich einen Wein Shop gesehen, aber ich ziehe Wasser dem Gang zum Shop vor. Die Kellnerin macht uns dann darauf aufmerksam, dass es nebenan eine zweite Weinhandlung gibt. Nun diese zehn Schritte sind kein Thema und ich hole mir dann doch eine Flasche Barossa Shiraz und ein Corona für Ruedi. Der Salatteller zur Vorspeise mit seiner Chili Sauce ist so scharf, dass ein Glas Wasser zum Abschmecken nicht mehr reicht.

Am nächsten Tag geht die Reise weiter nach Ballarat. Auf der Karte sehe ich, dass es nur einen kleinen Umweg nach Maryborough ist. Den leisten wir uns und wider Erwarten komme ich noch in die Pyrenees (Pyrenäen) mit vielen Weingütern. Maryborough ist bekannt für seinen Bahnhof, von dem Mark Twain schon sagte: „a train station with a town attached“. Hier verkehren heute aber nur noch vier Züge. Mittlerweile ist die Stadt zwar grösser, ein typischer „Hauptort“ alle 100 Kilometer auf der Strecke von Adelaide nach Melbourne, vom Charmevergleichbar mit Thalwil. Man kann sich aber gut vorstellen, wie in der gutenalten Zeit dort die Kutschen vorfuhren und die Damen in ihren langen Reifröcken ausstiegen. Die Toilette beim Bahnhof ist äusserst geräumig, ein Zeichen der damaligen Zeit.

Nach einem Getränk im Bahnhofrestaurant steuern wir das heutige Tagesziel Ballarat an. Etwa acht Kilometer vor unserem Hotel befindet sich ein attraktiver Top 50 Golfplatz. Den spielen wir, aber heute nur mit Cart. Loch 1bis 3 gehen gut, dann spielen wir hinter einem Turnier her. Ab Loch 10, die Aussies starten bekanntlich immer auf Loch 1 und Loch 10, geht es dann im hohen Tempo voran. Um 18.15 geben wir vor der Deadline um 18.30 das Cart zurück. Wir essen im Clubhaus. Den Abend beschliessen wir im Hotel mit Filme streamen, Korrespondenz erledigen und Webpage updaten, dank schnellem Internet kein Problem.

Silvia

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