Niagara Falls
Ich belade unseren Holden SUV (Opel), wie fast jeden Tag. Da fährt ein Personenwagen mit vier Antennen auf dem Dach vor. Es entsteigt eine Frau in Polizeiuniform und marschiert ohne zu grüssen in Richtung unserem Hotelzimmer. Was hat das zu bedeuten? Ich schliesse die Heckkappe des Autos und gehe langsam zum Zimmer. Silvia öffnet die Türe, ich sehe aber keine Polizistin. Fehlalarm, die Dame in Uniform ist im Nachbarzimmer verschwunden.
Die aktuelle Temperatur beträgt 13 Grad, gefühlt sind es vielleicht 10 Grad. Schade, so wird nichts mit golfen im Queens Park (Stadtpark) und ein Besuch des World Transport Museums von Bill Richardson in Invercargill ist angesagt. Die Ausstellung zeigt in mehreren Hallen (sogenannte Scheunen) Personenwagen, Rennwagen, Lastwagen und Landmaschinen aus verschiedenen Epochen. Unglaublich, was der Mann mit seinem Team zusammengetragen und restauriert hat. Der Besuch der Ausstellung hat uns in eine andere Welt versetzt.
Kurz nach 11 Uhr geht es auf den Catlins Coastal Heritage Trail. Die Route entlang der Küste beginnt in Fortrose und endet in Niagara. Wir fahren direkt an den Waipapa Point. Ein Leuchtturm und eine Seelöwenkolonie sollte es hier geben, aber die Tiere lassen sich nicht blicken. Die nächste Etappe führt uns zum Slope Point. Das ist der südlichste Ort von Neuseeland. Die vielen Schafweiden entlang der Strecke ermöglichen den ultimativen Schnappschuss. Leider bin ich am Ende des Tages von der Ausbeute immer noch nicht 100% zufrieden. Am Slope Point verzichten wir auf einen Walk zum Beach. Die Temperatur ist immer noch nicht weit über 10 Grad und es bläst ein steifer Wind. Am Curio Bay, dem nächsten Halt, wimmelt es von Touristen mit Wohnmobilen. Das heisst, kurzer Spaziergang zur Klippe und weg sind wir. Auch hier sind die angekündigten Seelöwen nicht zu sehen. Als nächstes möchte ich die sogenannten Niagara Falls sehen. Gratulation den regionalen Marketingverantwortlichen. Der Name ist gut gewählt, aber doch eher irreführend (Titelbild).
Die Fahrt zum Hotel in Balclutha dauert dann etwas länger, als vom Navi vorausgesagt. Eine Brücke auf der Route wird revidiert und ist gesperrt. Ich wende mein Fahrzeug. Schon kommt die Lenkerin des nachfolgenden Fahrzeugs auf mich zu und wir erleben die Hilfsbereitschaft der Menschen in diesem Land. Sie erklärt uns den möglichen Weg und begleitet uns anschliessend zur Abzweigung, wo die Umleitung beginnt.
In Balclutha beziehen wir das Hotel für eine Nacht. Wir haben einen wilden Küstenabschnitt kennengelernt. Zurück bleibt ein Bild, das an eine südenglische Grafschaft erinnert, abgesehen vom Regenwald. Morgen geht die Reise weiter in Richtung Dunedin und vielleicht kommen die Golfschläger ja auch zum Einsatz. Mein Körper wäre für etwas Bewegung dankbar.
Ruedi