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Wanaka

Wanaka

Die Gelegenheit für einen morgendlichen Strandspaziergang am Beach in Haast lasse ich nicht ungenutzt. Ich bin ganz allein am Strand, der sicherlich fünf Kilometer Strandweg in beide Richtungen hat. Ich bewundere die Skulpturen, die von zwei Frauen aus angeschwemmten Holz gefertigt wurden. Genial, so ein Talent hätte ich auch gerne.

Unsere heutiges Etappenziel ist Wanaka, da es dort einen schönen Golfplatz gibt. Seit Wochen ist im Ort fast jede Badewanne ausgebucht. Ueber das Wochenende findet das Erntedankfest (Wanaka Agriculture and Pastoral Show) statt und gleichzeitig wird ein Triathlon ausgetragen. Diese beiden Veranstaltungen bringen zusätzlich 20’000 Besucher in kleine Stadt mit 6’000 Einwohner. Wird es wiederum so chaotisch wie vor zwei Jahren?

Ruedi hat daher ausserhalb auf einer Farm ein kleines Haus gemietet. Unsere Gastgeberin Anke ist Deutsche und seit knapp 20 Jahren in Neuseeland ansässig. Sie erklärt uns, dass das Erntedankfest schon heute Samstagmittag zu Ende ging. Somit sollte es möglich sein, einen Parkplatz und einen Tisch zum Nachtessen zu finden.

Auf meine Frage nach einer Skin Cancer Klinik sind wir an die richtige Person gekommen. Anke ist Physiotherapeutin und arbeitet in einer Klinikgemeinschaft in Cromwell in der es auch einen Skin Cancer Doktor gibt. So haben wir in einer Woche die Gelegenheit, uns von Kopf bis Fuss auf allfällige Hautveränderungen untersuchen zu lassen.

Kurz vor Mittag erfahren wir, dass die Tochter eines gemeinsamen Kollegen und Enkelin meiner heiss geliebten Handarbeitslehrerin aus der Primarschulzeit, mit ihrem Reisepartner auch nach Wanaka kommt. Wir werden uns zum Nachtessen treffen. Ich reserviere einen Tisch im Bombay Palace. Um halb sechs warten wir vor dem I-Site und fragen uns, ob wir wohl unsere Gäste erkennen werden?

Ruedi zeigt mir ein Foto von Flo. Ich bemerke, da sind Rene W’s Gene drin. Schon steht eine junge Frau vor uns und schaut mich konsterniert an, weil sie ihren Nachnamen gehört hat. Welch ein Zufall. Es wird ein lustiger Abend. Flo’s Reisepartner ist schon seit Anfang Oktober 2018 unterwegs. Flo ist erst seit 14 Tagen in Neuseeland. Die Beiden haben sich über eine Facebook Seite für «Mitreisende gesucht» kennengelernt. Diese Art von Reisebekanntschaften ins Blaue ist für mich neu und fasziniert mich.

Das indische Nachtessen passt. Wir nehmen vier vegetarische Vor- und drei Hauptspeisen sowie ein Prawn Curry. Alles sehr lecker und natürlich mit Naan Bread und Reis viel zu viel. Macht nichts, wir lassen die Resten für die Wanderer einpacken. Morgen um 3.30 Uhr (!) wollen die beiden wanderbegeisterten Youngster loslaufen, um den Sonnenaufgang von einer Bergspitze zu sehen. Der Abend hat Spass gemacht! Gut möglich, dass wir die beiden in ein paar Tagen nochmals in Queenstown treffen.

Mit Golfspielen in Wanaka wird nichts. Samstag und Sonntag gibt es Turniere. So buchen wir für Sonntag auf dem Weg nach Te Anau eine Runde in Arrowtown. Vorerst fahren wir aber nochmals nach Wanaka. Am frühen Sonntagmorgen ist es ruhiger und wir parken vor dem Gelände der A&P Show. Das Gelände von sicherlich 20’000 Quadratmetern wurde in eine Zeltstadt mit Restaurants und Showrooms verwandelt. Die Zelte werden gerade abgebrochen, aber wir können noch ein paar Dinosaurier von Traktoren bewundern. Einer wird mit einem Holzvergaser betrieben, es raucht und stinkt fürchterlich. Offensichtlich hat Ruedis Grossvater während dem Krieg so sein Geschäftsauto betrieben.

Vor dem Golfspielen um 14 Uhr gibt es ein gutes Mittagessen im Millbrook Resort. Die Wartezeit ist lange, aber die österreichische Serviceangestellte macht das mit ihrer charmanten Entschuldigung wieder wett. Der Golfplatz ist trickiger zum Spielen als ich ihn in Erinnerung hatte. Mein Score ist miserabel. Trotzdem hat es Spass gemacht. Ruedi bringt es auf eine 92er Runde. Bravo! Auch ein Birdie liegt drin.

Um halb sechs ist Weiterfahrt nach Te Anau angesagt. Nun liegen noch knapp 200 Kilometer Fahrt vor uns. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass die Strasse nach Te Anau wegen eines Verkehrsunfalls geschlossen ist. Dies beschert uns einen Umweg von 20 Kilometern auf einer Kiesstrasse. Und so ganz sicher, ob die Strasse wirklich komplett gesperrt war, sind wir auch nicht, kamen uns doch vor Kingston immer noch zahlreiche Reisebusse entgegen. Um 20 Uhr erreichen wir und die Windschutzscheibe heil das Hotel.

Silvia


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